Wenn es menschelt, ist eine Kamera von Tele Züri nie weit entfernt. Aber zuerst zu den Fakten: Gerold Lauber und Kathrin Martelli haben an einer Pressekonferenz den Entscheid für den neuen Standort des neues Eishockey-Stadions bekannt gegeben. Es soll in Altstetten zwischen Autobahn und SBB-Geleisen liegen.
Phillipe Schmuki, Sport-Chef des Senders, ist während der PK anwesend. Die zwei Gesichter, die er kennt, dürfen ins Mikrofon plappern: Lauber und Martelli. Für einen Journalisten eigentlich kein schlechter Moment, ein, zwei Fragen zu stellen: Umzonung, mögliche Rekurse, Finanzierung, fehlende Infrastruktur in der Umgebung etc. Schmuki hält davon nichts. Wie immer hält er das Mikrophon in der waagrechten Haltung und spricht in Ausrufezeichen.
Der eigentliche Aufhänger der Berichterstattung ist aber der Besuch bei den Schrebergärtnern. Die sind nämlich traurig, dass ihre Gärten verschwinden sollen. Jetzt endlich dampfte es nach Tele Züri. Denn egal, was passiert, bei Tele Züri darf man 100 Franken darauf wetten, dass eine Frau mit Rehaugen die “andere Seite” porträtiert.
Tele Züri muss aber aufpassen, dass er nicht wie der Radiosender Energy endet: Vor lauter Berechenbarkeit und Gefühlsduselei unkenntlich werden.

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